Technische Beigeordnete der Verwaltung zu Besuch bei Glessen Autark

Bei unserem Treffen am 20.3.2024 mit dem Bürgermeister der Stadt Bergheim Herrn Volker Mießeler und auch einigen Vertretern der Verwaltung war ja bekanntgeworden, dass ein neues Gebiet für die Nutzung der Windkraft südlich von Büsdorf ausgewiesen wird. Wir haben daraufhin die Vertreter der Verwaltung zu einer Besichtigung des neuen Gebietes eingeladen.

Glessen Autark hat mit der Hilfe von Dr. Peter Pütz kurzfristig am 22.4.24 eine Fahrt mit einem großen Umzugsanhänger hinter einem Trecker organisieren können, und so sind wir kurzfristig das ganze Gebiet mit 11 Personen abgefahren, damit sich alle einen „Live“-Eindruck verschaffen könnten, was diese Planungen im einzelnen bedeuten.

Besichtigungsfahrt auf dem möglichen Gebiet südlich Büsdorf


Anschließend wurde im Büro im Berghof die verschiedenen Punkte diskutiert.

Erste Aktivitäten

Vorplanung eines Bürgerwindparks auf der Glessener Höhe

Um einen Bürgerwindpark auf dem bevorzugten Standort der Glessener Höheerstellen zu können, hatte die Planungsgesellschaft schon im ersten Quartal 2024 mit dem Besitzer der Ländereien einen Pachtvertrag ausgearbeitet und vorbehaltlich der Realisierbarkeit auch unterzeichnet.

Der Standort wird aufgrund seiner Höhenlage als sehr „windhöffig“ eingestuft (Fachausdruck für Ort mit gutem Windpotential, https://www.duden.de/rechtschreibung/Windhoeffigkeit).

Auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) hatte diese Fläche auch als geeignet aufgeführt. Zur Steigerung der Effizienz und Beschleunigung des Planungsprozesses für den Windenergieausbau hat die Landesregierung NRW die Planungen aus den Händen der Städte und Gemeinden (hier Stadt Bergheim) in die Hände der Regionalregierung übertragen, die jetzt die Planungen abschließt.

Allerdings wurde aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen genau diese Fläche der Glessener Höhe, die früher noch als Potenzialfläche geführt wurde, nicht von der Regionalregierung in die aktuellen Planungen berücksichtigt.

Die Planungsgesellschaft bemüht sich jetzt darum, dass dieses nachträglich korrigiert wird. Sie hat dazu am 4.5.24 einen Bürgerantrag gestellt, um nach § 24 GO NRW dieses Gebiet mittels der „isolierten Positivplanung“ in den Flächennutzungsplan mit aufzunehmen. Das kann der Stadtrat der Stadt Bergheim ohne Zustimmung der Regionalregierung beschließen. Die erste Sitzung, an der das verhandelt wird, ist für den 3.9.2024 geplant.

Planungen für Fläche Büsdorf – Fliesteden – Glessen – Oberaußem

Da die schon im Mai 2023 gestellten Anfragen zu den Planungen des Flächennutzungsplanes für regenerative Energiegewinnung bei der Verwaltung der Stadt Bergheim unbeantwortete geblieben waren, haben wir als inzwischen gegründete Planungsgesellschaft um einen Termin beim Bürgermeister nachgesucht. Der Termin fand am 20.3.2024 zwischen Vertretern Initiative Glessen Autark und dem Bürgermeister von Bergheim, Volker Mießeler sowie einem Stab aus der Verwaltung, statt.

Bei der Besprechung kam für alle Seiten überraschenderweise heraus, dass die eigentlich vertraulichen Planungen der Regionalregierung, auch wenn diese bis jetzt noch nicht abgeschlossen sind, schon vorab einigen Großinvestoren wie RWE, Energiekontor und Rhein-Energie bekannt geworden sind. Diese hatten darauf – ohne Rücksprache mit Bürgermeister und Verwaltung – auch schon Ende März und Anfang April parallel die Eigentümer dieses voraussichtlichen Gebietes zu Info-Veranstaltungen eingeladen. Während diesen Veranstaltungen wurden dann auch schon Angebote mit konkreten Pachtzahlungen gemacht und sogar entsprechende Verträge zur Unterschrift vorgelegt.

Die Besitzstrukturen des Gebietes

Die Interessengemeinschaft Glessen Autark hat an diesen Veranstaltungen der Investoren teilnehmen können.  

Beim Vergleich der Verträge wurde den Eigentümern rasch die Komplexität der verschiedenen Angebote klar und ein Großteil der Eigentümer bevollmächtigte daher die Interessengemeinschaft, wegen Ihrer Kenntnisse zu den technischen und wirtschaftlichen Vertragsbestandteilen, für sie eine optimale Vertragsgrundlage zu erstellen und mit den potenziellen Investoren zu verhandeln.

Das Gebiet, das in einem erweiterten Flächennutzungsplan für eine Nutzung von Windenergie voraussichtlich mit aufgenommen werden soll, hat eine Größe von ca. 170 Hektar (ha), und besteht aus ca. 249 Flurstücken verschiedenster Größe und Formen, die ca. 101 Parteien (davon 53 Mehrfachbesitzer wie Erbengemeinschaften) gehören. Viele der ehemals großen Flächen sind in früherer Zeit durch Vererbung sehr häufig zerstückelt und in „streifenförmige“ zerteilt worden. So haben nur noch einige der Grundstücke die Größe, um auf Ihnen ein Windrad mit allen wesentlichen Bestandteilen zu installieren. Bei den meisten Standorten braucht man dagegen mehrere nebeneinanderliegende Flächen von in der Regel verschiedenen Eigentümern.

Flächenanforderungen von Windrädern

Ein Windrad hat im Grunde sehr geringe Anforderungen an Fläche, insbesondere für solche, für die eine andere Nutzung nicht mehr möglich ist. Zum einen benötigt man eine vergleichsweise kleine, in der Regel kreisförmige Fläche für das Betonfundament von ca.  15 m Radius (ca. 706 m² oder 0,07 ha) um den Turmmittelpunkt. Zum anderen wird eine in der Regel mit Schotter befestigte Kranstandfläche neben dem Windrad für Errichtung und eventuelle spätere Reparaturen benötigt, typischerweise ein Rechteck von ca. 50x30m, also 1500 m² oder 0,15 ha. Je nach vorhandener Infrastruktur werden dann gegebenenfalls noch zusätzlich Flächen für Wege benötigt, oder vorhandene Wege müssen in den Kurven verbreitert werden. Alle diese Flächen können während der Laufzeit nicht für normale landwirtschaftliche Zwecke genutzt oder verpachtet werden.

Zwar weiterhin für landwirtschaftliche Zwecke nutzbar, aber wegen der Nutzung des Luftraumes darüber auch mit Einschränkungen belegt, ist eine weitere kreisförmige Fläche mit Radius der Rotorblattlängen, also bei modernen Anlagen ein Kreis von 85-87 m Radius (ca. 2,4 ha) um das Windrad herum. Dieses Gebiet kann während des Betriebes wegen des sich drehenden Rotors von diesem „überstrichen“ werden. Für diese Einschränkungen ist ebenfalls ein Teil der Pacht als Kompensation gedacht, denn auch eine solche Nutzung bedarf ja der Zustimmung der Eigentümer.

Außerdem entstehen in der Umgebung eines Windrades – insbesondere in der Hauptrichtung des Windes – Turbulenzen, und in den Turbulenzbereichen dürfen deswegen keine weiteren Windräder gebaut werden, weil sie über die Jahre durch Turbulenzen beschädigt werden könnten. So ist es auch nur fair, wenn die Pacht der Anlagen nach einem gewissen Schlüssel an alle Grundstückseigentümer verteilt wird.

Es ist leicht nachvollziehbar, dass unter diesen Bedingungen eine solche Windparkplanung selbst für professionelle Investoren ein sehr komplexer Prozess wird, zumal außer den technischen Randbedingungen auch die Interessen der verschiedenen beteiligten Gruppen und deren sozialen Umfeld zu berücksichtigen sind. Da nun auch schon mehrere Investoren aufgetreten sind, scheint eine Moderation sinnvoll.

Glessen Autark moderiert zwischen Investoren und Grundeigentümer

Bisher sind sowohl Investoren aufgetreten, die offen allen Grundbesitzern gleichartige Pachtverträge angeboten haben, aber die sich in Ihren komplexen Angeboten stark unterscheiden, als auch Investoren, die hinter den Kulissen nur mit einzelnen Eigentümern verhandeln. Für den Einzelnen ist es ziemlich schwer bis fast unmöglich, die Feinheiten und Fallstricke aus den Angeboten zu sehen. Eigentlich würde in solch einem Fall es am besten sein, wenn sich die Grundbesitzer zusammentun würden und während der Verhandlung mit den Investoren sich von einer unabhängigen dritten Partei vertreten zu lassen.

Deswegen hat die Interessengemeinschaft Glessen Autark sich bereit erklärt, die Interessen möglichst vieler dieser Besitzer und Besitzgemeinschaften zu vertreten, um gezielt die Gespräche mit den Investoren zu führen und auch die Interessen Dritter wie die der betroffenen Bürger mit in die Gespräche aufzunehmen.

In solcher Situation, die es ja in der Bundesrepublik in anderen Regionen früher schon gegeben hat, hatte sich ein sogenanntes „Pooling“ bewährt, was zudem auch den sozialen Frieden unter den Beteiligten bewahrt.

Die Investoren schütten dazu eine bestimmte Summe an Pachtzahlungen für die Windenergieanlagen aus, die dann unter den Besitzern nach einem bestimmten Schlüssel auf die betroffenen Flächen verteilt wird. So könnte man z.B. 15 % der Summe für die Anteile ausschütten, die während der Standzeit der Windräder durch Betonfundamente nicht anders genutzt werden können, so wie weitere 15 % der Anteile für die vom Rotor überstrichenden Gebiete. Der Rest könnte gleichmäßig über die Anteile an der Gesamtfläche (Poolanteil) verteilt werden.

Was beabsichtigt Glessen Autark damit?

Natürlich macht die Interessengemeinschaft das auch mit einem bestimmten Ziel. Wir sind überzeugt davon, dass die Akzeptanz einer solchen massiven Baumaßnahme nur unter Einbeziehung und Beteiligung aller betroffenen Bürger gehen kann.  

Die Investoren wissen ganz genau, dass ein solcher Windpark natürlich für Betreiber und Besitzer attraktive Gewinne erzielen kann. Einzelne Personen dagegen können schwerlich eine solche Millioneninvestition selbst aufbringen, aber in Gemeinschaft können viele Bürger, die sich zusammentun, es genauso schaffen.

Dieses wird sogar ausdrücklich durch das Bürgerenergiegesetz von NRW angeregt und gefördert. Daher ist das Modell der Bürgerwindenergieanlagen etwas, das die Interessengemeinschaft anstrebt.

In diesem Fall können die Bürger aus der Umgebung des Windparks sich mit Anteilen an dem Windrad „einkaufen“ und werden Miteigentümer, die  dann auch entsprechend an den erzielten Gewinnen beteiligt sind. Eine solche Investition ist nachhaltiger, als das Geld auf der Bank liegen zu haben, denn diese Investition ist ja mit konkretem Gegenwert verbunden, der nicht durch die Inflation leicht aufgefressen wird.

Selbst die Bürger, die mangels eigener Vermögen nicht selbst Geld investieren können, sollen von einem Bürgerwindpark Vorteile haben, zum Beispiel durch günstigere Stromtarife sobald die entsprechenden schon geplanten gesetzlichen Voraussetzungen gegeben sind.

Für alles das wird sich Glessen Autark starkmachen und nach will deshalb ein Teil des Windparks als Bürgerwindenergieanlagen errichten und betreiben.

Planungsgesellschaft gegründet

Wozu braucht man eine Planungsgesellschaft?

Um die Planungen für einen Bürgerwindpark durchführen zu können, bedarf es eines bestimmten rechtlichen Rahmens. Nur so wird es möglich, Verträge rechtsverbindlich abzuschließen, etwa Pachtverträge mit Grundeigentümern von geeigneten Standorten, die dann auch notariell bestätigt werden. Oder zum Aushandeln von Finanzierungen bei Banken. Für die Banken braucht man in der Regel auch Gutachten, wie Windgutachten oder sogar Windmessungen, die in Auftrag gegeben und dann vorfinanziert werden müssen. Dafür muss gegebenenfalls auch Risikokapital eingeworben werden, alles um die Planung in ein Stadium zu bringen, in der das Projekt dann umgesetzt werden kann.

Um all dieses vorzubereiten und zu ermöglichen, haben sich die inzwischen 6 aktiven Mitglieder der Initiative Glessen Autark sich Mitte Dezember 2023 die „Planungsgesellschaft zur Nutzung regenerativer Energien Glessen Autark UG (haftungsbeschränkt)“ gegründet und mit einem Grundstock aus eigenem Kapital vorfinanziert. Rechtlich gesehen handelt es sich bei einer UG um die „kleine“ Version einer GmbH, die mit einem kleineren Stammkapital auskommt und bei erfolgreichen Wirtschaften zur einer normalen GmbH anwächst (https://www.ihk.de/aachen/recht/rechtsinformationen/aktuelle-dokumente-zum-thema-recht/unternehmergesellschaft-607432).


Die gegründete Gesellschaft firmiert unter der Adresse:

Planungsgesellschaft zur Nutzung regenerativer EnergienGlessen Autark UG (haftungsbeschränkt)
Berghof 1
50129 Bergheim
Mail: info@glessenautark.de
Tel: 02238 / 945158

Wie geht es weiter?

Die Gesellschafter der Planungsgesellschaft sind überzeugt, dass es wegen der besonderen Lage und der Möglichkeiten es am sinnvollsten wäre, auf der obersten Ebene der Glessener Höhe einen Bürgerwindpark bestehend aus 3 – 4 Windenergieanlagen zu errichten. Deshalb wurden schon im Frühjahr 2024 die Verhandlungen mit dem Grundbesitzer der Fläche abgeschlossen und ein Pachtvertrag, vorbehaltlich möglicher Genehmigungen, ausgehandelt und abgeschlossen.

Als Nächstes muss dafür geworben werden, dass auch diese Fläche für die Nutzung von Windenergie freigegeben wird. Dazu werden die nächsten Schritte mit der Verwaltung der Stadt Bergheim aufgenommen. Diese hat – so wie wir es aus den ersten Gesprächen gelernt haben – die Planung der Ausweisung von Flächen auf Geheiß der Landesregierung durch die zuständige Regionalregierung in Köln ausgeführt wird. Die Stadt Bergheim kann nach Beschluß des Rates aber immer noch über ein als „isolierte Positivplanung“ bezeichnetes Instrument zusätzlich vergleichsweise kleine Gebiete wie die Glessener Höhe ausweisen.

Glessen Autark präsentiert Pläne für Bürgerwindpark bei der Fraktion „Bündnis 90 / Die Grünen“

Die Fraktion von „Bündnis 90 / Die Grünen“ nahm als erste das Angebot an, unsere Pläne für einen Bürgerwindpark auf der Glessener Höhe vorzustellen, mit dem Glessen Autark eine nachhaltige und autarke Energieversorgung für Glessen und andere Ortsteile von Bergheim gewährleistet wollen. Die Interessengemeinschaft wurde vertreten durch Rolf Brunkhorst und Detlef Werner.
Nach einer etwa halbstündigen Präsentation gab eine ausführliche Gelegenheit für Fragen und Diskussionen. Es wurden dabei verschiedene Aspekte wie Standortwahl, technische Machbarkeit, wirtschaftliche Auswirkungen und ökologische Verträglichkeit besprochen und diskutiert.
Es kam zu einem konstruktiven Austausch zwischen der Bürgerinitiative und den Ratsmitgliedern, bei dem deutlich wurde, dass die Mehrheit der Anwesenden die Pläne für den Bürgerwindpark unterstützt. Insbesondere die Möglichkeit, den Bürgern bezahlbaren Strom zu liefern und gleichzeitig die CO₂-Emissionen zu reduzieren, wurde begrüßt.
Die Interessengemeinschaft hofft nun, dass auch andere Fraktionen im Rat Interesse an den Plänen zeigen und sie diskutieren wollen.

Hier die Folien des Vortrages:

Der nächste Schritt: Angebot zur Vorstellung des Projekts Bürgerwindpark bei den Ratsfraktionen der Stadt Bergheim

Um parallel zu den Bürgern auch den Rat der Stadt Bergheim über unsere Ideen und Vorschläge hinsichtlich eines Bürgerwindparks auf der Glessener Höhe zu informieren, haben wir parteiübergreifend allen im Rat der Stadt Bergheim vertretenden Fraktionen angeboten, den am 11.5.2023 bei der Informationsveranstaltung in Glessen gemachten Vortrages vor den einzelnen Fraktionen zu wiederholen und zu diskutieren.
Dazu wurde folgendes Schreiben am 20.5.2023 an die uns bekannten Mail-Adressen der Fraktionen (in alphabetischer Reihenfolge) versendet:

Vorschlag eines Fragebogens für die geplante Bürgerbefragung

Die Stadt Bergheim möchte eine Bürgerbefragung durchführen, um die Stimmung in der Bevölkerung bezüglich der erneuerbaren Energien im Stadtgebiet zu untersuchen. Es ist noch nicht entschieden, ob die Befragung in Form einer Online-Befragung oder durch Interviews durchgeführt wird und wer und wie die befragten Bürger*innen auswählt werden. Die am 11. Mai 2022 geplante Abstimmung über die Beschlussvorlage 213/2023 wurde erst einmal verschoben, ein neuerer Termin ist uns noch nicht bekannt.
Um den Aufwand gering zu halten und die Erstellung eines neuen Fragebogens zu beschleunigen, hat Glessen Autark einen Vorschlag für einen solchen Fragebogen ausgearbeitet und an das Bürgermeisterbüro am 22.5.2023 übermittelt. Wir haben uns bereit erklärt, eine solche Befragung zu unterstützen.

Der zugesendete Vorschlag kann hier eingesehen werden:



Im Grunde ist ein ähnliches Resultat zu erwarten wie bei der gerade erst im Februar von dem Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Deutschen Naturschutzrings (DNR) durch geführten Umfrage
https://www.dnr.de/aktuelles-termine/aktuelles/forsa-umfrage-mehr-als-drei-viertel-der-befragten-wollen-investitionen

Aufwind für Glessen – wie geht es weiter?

Nach einer gelungenen Veranstaltung am 11.05.2023 im kath. Pfarrheim in Glessen ist die Resonanz ungebrochen. Einige Interessierte konnten leider dem Vortrag nicht beiwohnen, andere fragen uns schon konkret nach Details zu den Möglichkeiten einer Beteiligung.
In einer Interessentenliste werden derzeit alle Anfragen, die uns über unsere E-Mail-Adresse erreicht haben, gesammelt und baldmöglichst beantwortet.

Wie geht es weiter und was sind die konkreten nächsten Schritte – hin zu einem Bürgerwindpark auf der Glessener Höhe?

Derzeit sind wir bereits in enger Kommunikation mit der Stadtverwaltung der Stadt Bergheim. Unsere Veranstaltung hat auch dort bereits „Gehör“ gefunden und wir hoffen dadurch auch ersten Einfluss auf das Thema Windenergie in unserer Region gewonnen zu haben. Aber damit nicht genug! Sie haben uns konkret gefragt, wie Sie unsere Initiative unterstützen können. Eine Unterschriftenaktion wäre hierzu der nächstfolgende Schritt.
Im Zeitalter der digitalen Medien wird so etwas über eine online gestaltete Petition durchgeführt, ein sogenanntes Bürgerbegehren, das sich direkt an die Stadtverwaltung und hier in Vertretung an den Bürgermeister der Stadt Bergheim, Herr Volker Miesseler, richtet.

Im ersten Schritt ist es wichtig, dass wir es schaffen, dass der Rat der Stadt Bergheim die Glessener Höhe als einen möglichen Standort für Windenergie in den Flächennutzungsplan mit aufnimmt. Das ist die formale Grundvoraussetzung für alle weiteren Aktivitäten. Unsere in Kürze auf verschiedenen sozialen Medien veröffentlichte Petition hat genau das zum Ziel und benötigt hierzu ihre konkrete Unterstützung und Stimmabgabe.
Details hierzu folgen in Kürze!

Wichtig ist uns auch, dass die von uns gewählten politischen Vertreter im Rat der Stadt Bergheim auch den gleichen Wissensstand über das Projekt des Bürgerwindparks auf der Glessener Höhe erlangen. Hierzu haben wir bereits allen Parteien angeboten, ihren Vertretern parteiübergreifend, im Rahmen einer vergleichbaren Veranstaltung wie in Glessen, das Thema näherzubringen. Wir sind sehr gespannt auf die Rückmeldungen!

Erste Reaktionen aus der näheren Umgebung zeigen uns auch, dass hier zusätzliches Interesse an einer weiteren Veranstaltung gewünscht ist. Wir planen daher, diese vermutlich in den nächsten Wochen in Oberaußem abzuhalten, um die dort ansässigen, unmittelbar vom Bürgerwindpark betroffenen Bürger:innen ebenfalls zu informieren.

Wie sie bald schon bemerken werden, wird unsere Homepage umgestellt. Direkt auf der Startseite unter „Beiträge“ wird es eine Neuordnung geben, die alle Themen zu Solar und die vielen neuen Themen zum Thema Wind, ordnen. Unsere Idee ist es auch, ihnen wissenswerte Links zu Beiträgen „rund um das Thema Windenergie“ zugänglich zu machen. Entweder durch direkten Download, falls wir hierzu die Rechte der verschiedenen Verfasser erhalten, oder über weiterführende Verlinkungen dorthin.

Es bleibt also spannend und wir freuen uns auf weitere Informationen zum Thema Bürgerwindpark auf der Glessener Höhe!

Bleiben Sie interessiert!

Ein Besuch beim Windpark in Stommeln

Der Windpark in der Stommelner Höhe ist recht nahegelegen, ca. 7 km von Glessen entfernt, eine schöne Fahrradtour über Büsdorf. Dort wird auch derzeit ein sogenanntes Repowering durchgeführt, das heißt, kleinere und ältere Windenergieanlagen (WEA) werden abgebaut und durch höhere, leistungsfähigere ersetzt.

So  befindet sich an der Koordinate N 51°01’23.56″, E 06° 42′ 40.28″ die als WEA1 bezeichnete neue WEA von Vestas, mit ca. 165m Nabenhöhe, die etwa die Größe von denen für die möglicherweise auf der Glessener Höhe geplanten Anlagen hat.  Zunächst ein Foto aus etwa 370m Entfernung (aufgenommen von 51° 1’14.28″N, 6°42’26.86″E).

Hier ein Video aus ca. 500 m von der WEA (51° 1’12.75″N, 6°42’23.12″E) und ihrer Einbettung in der Umgebung

Ich habe versucht, die Laufgeräusche des Windrades direkt unterhalb der Flügel aufzunehmen, aber sie wurden leider zum einen von minimalen Windgeräuschen auf dem Mikrofon übertönt (beim Schwenk), aber insbesondere von den Verkehrsgeräuschen der in ca. 800 m entfernt verlaufenden Landesstrasse (Venloer Straße)!

Ich habe dann noch einmal eine weitere Aufnahme unterhalb der Flügel gemacht, um zu simulieren, wann es beim Vorbeifliegen der unteren Flügelspitzen ein kaum hörbares Geräusch gibt.

Hier noch einmal ein Foto aus knapp 1,15 km Entfernung (von 51° 1’56.46″N, 6°43’5.45″E)

Zur Übersicht noch einmal alle Positionen auf der Karte, falls sich jemand selber ein Bild machen möchte.

Anschließend habe ich noch eine ähnliche Aufnahme von einem der zu ersetzenden, älteren WEA zu machen, die zwar gegenüber den neuen Vestas Anlagen noch stärkere Laufgeräusche aufwiesen, die aber eben nicht ansatzweise den immer behaupteten Lärm erzeugen:

Interessant war auch zu sehen, dass um die WEA herum weder AUTOBAHNEN gebaut wurden noch die Natur zerstört wurde. Es gibt dort nur einspurige Schotterwege bzw. einen einspurigen asphaltierten Wirtschaftsweg und die Kornfelder gehen bei den alten Anlagen bis dicht an den Turm, nur eine Entfernung ca. 5-7 m vom Turm, sieht man von dem Vorplatz zum Wirtschaftsweg ab.

Ich schlage einfach vor, am besten machen wir uns alle selber mal ein Bild an einem windigen Tag direkt vor Ort und schauen uns an, ob die Behauptungen, von denen man gerne in Horrorstorys bei Facebook lesen muss, in irgendeiner Weise der Realität entsprechen. Und bei einer kleinen Fahrradtour tut man sogar noch etwas für den eigenen Körper.

Aufwind für Glessen Autark

Seitdem sich Glessen Autark am 19.11.2019 vorgestellt hat, wurden in Glessen und Umgebung fast 200 Fotovoltaik-Projekte berechnet und geprüft. Allein in Glessen wurden schon fast 100 Anlagen mit einem Jahresgesamtertrag von weit mehr als 1 Million kWh installiert. Weitere 27 Interessenten sind noch in der Warteschlange und werden in nächster Zeit angegangen. Trotzdem ist Fotovoltaik allein für die zur Klimarettung notwendige Energiewende nicht genug, auch die die Sonnenenergie komplementär ergänzende Windkraft wird benötigt.

Deshalb will Glessen Autark auch den nächsten logischen Schritt gehen. Durch Gesetzesänderungen haben sich die Bedingungen für Windkraftanlagen sowohl auf Landes-, Bundes- als auch EU-Ebene deutlich verbessert. Ereignisse wie die Pandemie, insbesondere aber der Ukrainekrieg haben uns allen klar gezeigt haben, wie zerbrechlich unser Wohlstand in Deutschland und Europa ist, insbesondere wenn wir von Energielieferungen Dritter abhängig sind. Die ursprünglichen Pläne von 2019 wurden wieder aufgegriffen und am 11. Mai 2023 um 18:30 war es so weit: Glessen Autark stellte in der Ende April per Einwurf an alle Glessener Haushalte eingeladenen Informationsveranstaltung in einem wieder mit mehr als 120 Hörer:innen picke-packe-vollem Pfarrsaal die Pläne vor.

Nicht alle fanden einen Platz, aber der Vorstellungs- und Vortragsteil wurde aufgenommen und kann hier auch noch einmal gesehen werden.

Aufzeichnung der Einführung und des Vortrages der Veranstaltung vom 11.5.2023

Nach einer kurzen Pause konnten dann noch mehr als eine Stunde lang Fragen gestellt werden, die alle auch vor Ort beantwortet wurden. Insgesamt schien der Vorschlag grundsätzlich positiv aufgenommen worden zu sein.

Als wichtigster Punkt der Präsentation war die Notwendigkeit genannt worden, dass für die Errichtung von Windrädern auf der Glessener Höhe  als Bürgerwindpark diese Fläche auch in den Flächennutzungsplan für erneuerbare Energien aufgenommen werden muss.

Da dazu die Vertreter:innen der Bevölkerung im Rat der Stadt Bergheim durch die Wähler:innen aufgefordert werden müssen, wurden die bestehenden Möglichkeiten dafür kurz angerissen:

  1. Individuelle Schreiben der Wähler an die Fraktionen durch die Wähler:innen, wobei Glessen Autark ggf. Hilfestellung mit Musterschreiben und Adresslisten der Fraktionen geben könnte
  2. Alternativ könnte eine Unterschriftensammlungen oder eine modernere Form wie Online-Petitionen verwendet werden.

Ortsbürgermeisterin Anne Keller schlug vor, dass die Interessengemeinschaft selbst vorab eine Bürgeranhörung beantragen könnte.

Sobald diese Punkte geklärt sind, werden wir auf dieser Seite zeitnah weitere Informationen liefern.

Glessen Autark geht den nächsten Schritt: Aufwind für Glessen

Nachdem die Interessengemeinschaft „Glessen Autark“ seit 2020 erfolgreich über 150 Dächer berechnet hat, wodurch schon auf fast 100 Dächern entsprechende Photovoltaik-Anlagen mit einer gesamten Jahresproduktion von weit über 1.000.000 kWh installiert wurden, soll nun der nächste große Schritt zur Unterstützung der Energiewende hier in Glessen und Umgebung angegangen werden.

Wir möchten – anfangend mit den Glessener Mitbürgerinnen und Mitbürgern – die Idee vorstellen, wie sich hier eine Bürgerwindenergieanlage mit wenigen, aber leistungsstarken Windrädern auf der Glessener Höhe zum Wohle aller realisieren ließe.

Dazu haben wir per Einwurf in den Glessener Haushalten am 30.4.2023 -2.5.2023 zu einer Informationsveranstaltung am 11.5.2023 eingeladen, um die Ideen und Möglichkeiten vorzustellen.

Sollten Sie in Glessen wohnhaft sein, aber keine solche Einladung bekommen haben, können Sie die gerne zum Beispiel mit kurzer Mail an unserer Mailadresse „glessenautark@yahoo.com“ unter Angabe des Haushaltes als Kopie des Flyers anfordern.