Vorrangflächen veröffentlicht: Ein wichtiger Schritt für unsere Bürgerwindparks

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, liebe Interessierte,

nach der letzten Mitteilung im August 2024 möchten wir Ihnen heute ein umfassendes Update zu den Entwicklungen rund um unsere geplanten Bürgerwindparks auf der Glessener Höhe und im Vorfeld geben. Die vergangenen Monate waren geprägt von internen Verhandlungen und behördlichen Prozessen, über die wir aufgrund vertraglicher Vereinbarungen (NDA) nicht fortlaufend berichten konnten. Nun können wir wieder informieren.

1. Veröffentlichung der Vorrangflächen
Wie bereits mehrfach angekündigt, hat die Bezirksregierung Köln am 12. Januar 2025 die sogenannten Vorrangflächen für Windenergieanlagen (WEA) im Raum Bergheim offiziell veröffentlicht (1. Offenlegung). Die Ortsbürgermeisterin von Glessen Anne Keller hatte in Ihrem Newsletter vom 25.1.2025 darüber berichtet und auf die Möglichkeit hingewiesen, dass bis zum 13.02.2025 jeder Bürgerin oder jeder Bürger die Möglichkeit hat, dazu auf der Homepage der Bezirksregierung Köln Stellung zu nehmen. Sie hatte auch einer Karte beigefügt, auf der die für die Windkraftnutzung priorisierten Gebiete in der Nähe von Glessen skizziert werden:

2. Betroffene Gebiete und unser Engagement
In der veröffentlichten Karte sind zwei für uns relevante Gebiete ausgewiesen:

  • BM_01: Das große Gebiet (ca. 172 ha) zwischen Büsdorf, Fliesteden, Glessen und Oberaußem.
  • BM_06: Die Glessener Höhe, unser ursprüngliches Herzensprojekt für einen Bürgerwindpark mit vier Anlagen.

3. Stand der Einwendungen und nächste Schritte
Mit der 1. Offenlegung der Flächen war eine Einspruchsfrist für Bürger verbunden, die am 13. Februar 2025 endete. Im Rahmen dieser Offenlegungen sind für alle diese Gebiete im Regierungsbezirk Köln 2500 Eingaben gemacht worden (https://www.bezreg-koeln.nrw.de/oeffentliche-auslegung-des-planentwurfs-des-sachlichen-teilplan-erneuerbare-energien-beendet-2500)

  • Zu BM_01 sind uns Einsprüche zur geplanten Größe der Fläche und der daraus resultierenden Anzahl an Windkraftanlagen bekannt.
  • Welche Einsprüche speziell zur Glessener Höhe (BM_06) eingereicht wurden, ist uns nicht im Detail bekannt.

Die Bezirksregierung wertet nun alle fristgerecht eingegangenen Stellungnahmen aus. Dieser Prozess kann zu einer überarbeiteten Offenlegung führen, bevor der Regionalrat die Gebiete endgültig beschließt und für die Bebauung freigibt. Konkrete Termine für diese Beschlüsse sind derzeit nicht öffentlich bekannt. Wir beobachten den Prozess aufmerksam.

4. Unsere Position und Planung
Wir halten weiterhin an unserer Vision fest, die Energiewende in Bürgerhand voranzutreiben:

  • Für das Gebiet BM_01 haben wir uns nach intensiven Verhandlungen mit der RWE im vergangenen Jahr darauf geeinigt, dass Glessen Autark im Falle der endgültigen Freigabe des Gebiets zwei der geplanten Windkraftanlagen übernehmen und als Bürgerwindpark betreiben wird. Dies war ein wichtiger Erfolg für unsere Interessengemeinschaft.
  • Für unser Stammprojekt auf der Glessener Höhe (BM_06) arbeiten wir kontinuierlich an der Umsetzung.

Wir danken Ihnen für Ihre Geduld und Ihr anhaltendes Interesse. Sobald es neue, verbindliche Beschlüsse der Behörden gibt, werden wir Sie umgehend informieren.

Ihre Interessengemeinschaft Glessen Autark

Newsletter „Post aus Glessen – Planung, Umwelt, Mobilität“

Hier ein Auszug aus dem Newsletter vom 30.4.2024, versendet von Anne Keller, Ortsbürgermeisterin von Glessen, der hier in Auschnitten noch einmal abgedruckt wird

Planung, Umwelt, Mobilität

Sehr geehrte Damen und Herren,
unser Newsletter heute befasst sich mit dem Ausbau der Windenergie und dem Lärmaktionsplan in Bergheim. Zugegeben, er ist etwas schwere Kost.  Deshalb möchten wir Sie gerne noch einmal auf das Maifest heute auf dem Dorfplatz erinnern. Dort haben wir alle die Gelegenheit, uns zwanglos mit etwas leichteren Themen auszutauschen.

Windenergieausbau in Bergheim
Wie geht es weiter?

Nichts ist so beständig wie die Veränderung. Dieser Spruch bewahrheitet sich derzeit mal wieder, wenn es um den Windenergieausbau in Bergheim geht.

Schauen wir kurz zurück:

2016/17 – änderte die Kreisstadt Bergheim ihren Flächennutzungsplan und legte 7 Konzentrationszonen in vier Windparks fest. Damit waren die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Steuerrung von Windenergie auf 1,8 % der Fläche im Stadtgebiet gegeben.

2022 – verabschiedeten Bundestag und Bundesrat das „Windenergie-an-Land-Gesetz“. Bis 2032 muss jedes Bundesland 1,8 % seiner Fläche für Windenergieanlagen zur Verfügung stellen.
Für Bergheim bedeutete dies: Das Ziel haben wir schon erreicht!

2023 – legte die Landesregierung NRW fest, diese 1,8 % der Landesfläche bereits bis 2025 bereitzustellen. Dafür müssen die Regionalpläne angepasst werden. Für die Planungsregion Köln wurden 2,13 % der Fläche eingeplant.

Aktuelle Entwicklung

Aktuell befasst sich die Bezirksregierung Köln mit der Neuaufstellung des Regionalplans – Teilplan Erneuerbare Energien. Im Vorentwurf ist für Bergheim eine Flächeninanspruchnahme von rund 6 % vorgesehen – unter anderem ein recht großer Bereich zwischen den Ortslagen Glessen, Fliesteden, Büsdorf und Oberaußem. Nicht im Vorentwurf enthalten ist die Glessener Höhe.

Voreilige Aktionen von Energieunternehmen

Für Unruhe sorgen derzeit diverse Energieunternehmen, die auf Basis des Vorentwurfs – ohne Absprache mit dem Bürgermeister und der Bergheimer Verwaltung – Grundstückseigentümer und Landwirte zu Informationsveranstaltungen einladen und diesen bereits Vertragsentwürfe aushändigen. Es ist jedoch völlig unklar, ob die vorgestellten oder vielleicht doch noch andere Flächen am Ende überhaupt in dieser Form und Größe im Entwurf, erst Recht im endgültigen Regionalplan erscheinen werden.

Bleibt es beim Zeitplan?

Der endgültige Entwurf – so der Plan – soll dem Regionalrat Ende Juni 2024 zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Danach erfolgt die Offenlage der Planunterlagen für die Kommunen und die Öffentlichkeit und die Möglichkeit zur Stellungnahme. Im 1. oder 2. Quartal 2025 könnte der Teilplan Rechtskraft erhalten.

Soweit – so gut – hätte der BUND nicht gegen den Landesentwicklungsplan geklagt und das Oberverwaltungsgericht Münster dem Normenkontrollantrag nicht stattgegeben. Nun muss der Teilplan Erneuerbare Energien erst noch entsprechend angepasst werden.

Und es bewahrheitet sich mal wieder: Nichts ist so beständig wie die Veränderung.
Selbstverständlich halten wir Sie auf dem Laufenden und informieren Sie, sobald der Entwurf offengelegt und eine Stellungnahme möglich wird.

Weihnachten 2023, Zeit das Jahr zu rekapitulieren (Solar/PV)…

Am Ende eines Jahres um die Weihnachtszeit scheint es angebracht, die Ergebnisse des Jahres Revue passieren zu lassen und einmal zu schauen, was alles passiert ist. Am einfachsten fällt es uns natürlich für die Solar- bzw. Photovoltaik(PV)-Seite, denn da herrschte das ganze Jahr fleißige Routine. Bei der Windkraft dagegen sind viele Aktivitäten hinter den Kulissen, aber viele davon sind leider noch nicht spruchreif bzw. „in trockenen Tüchern“.
Auf der PV Seite hat das Team von Glessen Autark allein im Jahr 2023 insgesamt 75 PV-Projekte fertig geplant, dazu gehört der ganze Zyklus von Voranalyse der Anfrage und der gemachten Angaben, eine Vor-Ort-Besichtigung der Örtlichkeiten samt nachfolgender Planung der möglichen Realisierung inklusive einer Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsanalyse sowie einer Präsentation dieser beiden Analysen und ausführlichen Beratung bei den Interessentinnen und Interessenten.
Wenn daraufhin „grünes Licht“ für die Realisierung gegeben wurde, ging es in die konkrete Feinplanung mit Optimierung der Belegung, Auswahl der Komponenten, Zusammenstellung der benötigten Stücklisten, Prüfen der Verfügbarkeit von ausführenden Firmen und Einholen von Angeboten.  Anschließend erfolgte die Begleitung des Bestellprozesses samt deren Überwachung und Organisation (Lieferung mit Zwischenlagerung der Komponenten, Auslieferung zur Montage mit  Vor-Ort-Überwachung der Montage und  Installation , die Inbetriebnahme und das nachfolgende Monitoring.

Insgesamt wurden im Jahr 2023 so insgesamt 55 PV Projekte mit einer Peakleistung von  732,57 kWp komplett realisiert, 44 davon allein in Glessen. Zur Erinnerung: zwischen 2020 und 2021 hatten wir 9 Projekte mit 98,68 kWp Nennleistung, 2022 dann 18 Projekte mit 339,90 kWp Nennleistung.

9 weitere Projekte sind derzeit in Umsetzung, wovon davon 5 auch schon Material bestellt und Montage in Auftrag gegeben haben. 6 weitere Projekte wurden auch schon fertig geplant, sind aber noch zu präsentieren. Es wurden dabei im Jahr 2023 insgesamt nur 3 Projekte nach der Planung endgültig gestoppt, bei weiteren 6 Projekten wurde die Entscheidung aus verschiedenen Gründen erst einmal verschoben. Das kann passieren, wenn zum Beispiel erst noch Statik-Gutachten nötig sind oder auch weil sich kurzfristig gesundheitliche oder wirtschaftliche Komplikationen bei den interessierten Glessener ergeben hatten. Bei 4 weiteren Projekten kennen wir bedauerlicherweise mangels Rückmeldung den aktuellen Status derzeit noch nicht.
Alles in allem eine ganz beeindruckende Bilanz, die die ehrenhalber aktiven Mitglieder von Glessen Autark allein im Jahr 2023 erreicht haben.
Wir wünschen allen Glessenerinnen und Glessener ein ruhiges, besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2024.

Homepage von Glessen Autark ist umgezogen

Bisher wurde die Internetpräsenz von Glessen Autark mit https://glessenautark.koelle.icu als sogenannte Subdomain der Domain kölle.icu geführt.

Um die Adresse einfacher und merkbar zu halten, haben wir jetzt eine eigene Domain glessenautark.de registriertund sind jetzt mit der Homepage über https://www.glessenautark.de erreichbar. Die alte Adresse
https://glessen-autark.koelle.icu wird bis auf weiteres auf die neue Adresse umgeleitet.

Auch die Kontakt Mailadresse ändert sich auf info@glessenautark.de, Mails an die alte Adresse glessenautark@yahoo.com sind aber auch weiterhin möglich.

Informative Links zum Thema Energiewende

In jüngster Zeit sind bei der Literaturrecherche einige sehr hörens- oder lesenswerte Links mit einer großen Anzahl von weiteren, gut belegten Quellenangaben erschienen, auf die wir hier hinweisen wollen.

Der Graslutscher

Jan Hegenberg, ein hervorragender, verständlicher Schreiber veröffentlicht seine Blogs auf der Webseite mit dem etwas irritierendem Namen https://graslutscher.de. Im „About us“ erklärt Jan das plausibel, denn ursprünglich hatte er versucht, als Veganer seine guten Argumente für diese Lebensweise zentral zu sammeln, statt sie in unendlich vielen Kommentaren zu verschwenden. Später hat dann später auch den Blog erweitert und gerade auch zur Energiewende eine Reihe von lesenswerten Beiträgen geschrieben.

Unter anderem hat er eine 7-teilige Beitragsserie über das Thema How to Energiewende in 10 Jahren geschrieben. Hier der erste Beitrag, der nächste Teil ist immer am Ende des vorigen Teils verlinkt:

Auch sehr lesenswert ist der Blog-Beitrag

Quarks Daily

Gestern erschien im WDR unter Quarks Daily ein ca. 30-minütiger SPEZIAL Podcast mit dem Titel „SPEZIAL: Energiewende – Blackout oder bald Strom im Überfluss?“ , anzuhören und Links der behandelten Punkte unter:

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/daily-quarks/audio-spezial-energiewende—blackout-oder-bald-strom-im-ueberfluss-100.html

Glessen Autark geht den nächsten Schritt: Aufwind für Glessen

Nachdem die Interessengemeinschaft „Glessen Autark“ seit 2020 erfolgreich über 150 Dächer berechnet hat, wodurch schon auf fast 100 Dächern entsprechende Photovoltaik-Anlagen mit einer gesamten Jahresproduktion von weit über 1.000.000 kWh installiert wurden, soll nun der nächste große Schritt zur Unterstützung der Energiewende hier in Glessen und Umgebung angegangen werden.

Wir möchten – anfangend mit den Glessener Mitbürgerinnen und Mitbürgern – die Idee vorstellen, wie sich hier eine Bürgerwindenergieanlage mit wenigen, aber leistungsstarken Windrädern auf der Glessener Höhe zum Wohle aller realisieren ließe.

Dazu haben wir per Einwurf in den Glessener Haushalten am 30.4.2023 -2.5.2023 zu einer Informationsveranstaltung am 11.5.2023 eingeladen, um die Ideen und Möglichkeiten vorzustellen.

Sollten Sie in Glessen wohnhaft sein, aber keine solche Einladung bekommen haben, können Sie die gerne zum Beispiel mit kurzer Mail an unserer Mailadresse „glessenautark@yahoo.com“ unter Angabe des Haushaltes als Kopie des Flyers anfordern.

Glessen Autark in den Medien

In jüngster Zeit wurde auch über Glessen Autark in den Medien (Presse, Funk und Fernsehen) berichtet. Wir haben uns neben den laufenden Projekten natürlich für die Medien Zeit genommen, weil wir hofften, ein bisschen Informationen über Glessen autark zu verbreiten. Zu unserem Bedauern müssen sich allerdings diese Medien sich auf sehr plakative kurze Mitteilungen verkürzen, so dass der gemachte Zeitaufwand (über eine Stunde Interview mit vielen Details kam als 90 Sekunden Extrakt im Radio) und das erreichte Ergebnis nicht in einem Verhältnis stand. In Zukunft werden wir von solchen Medieneinsätzen Abstand halten und die Zeit statt dessen in die Realisierung von Projekten investieren.

Kölner Stadtanzeiger 27.8.2022

Über Glessen autark wurde schon Anfang 2020 im Kölner Stadtanzeiger berichtet. Der Reporter hatte sich damals das Projekt auf Wiedervorlage gelegt, um zu sehen, was daraus wird, aber bekanntlicherweise kam mit der Pandemie immer wieder etwas dazwischen.
Im August 2022 jedoch war es wieder soweit und die inzwischen angewachsene Gruppe traf sich mit dem Reporter zu einem weiteren Gespräch.


Der Artikel erschien dann auch am 27.8.2022 im Kölner Stadtanzeiger und der Kölnische Rundschau
https://www.ksta.de/region/rhein-erft/bergheim/unabhaengig-von-kohlestrom–glessen-autark–will-ganzen-ort-mit-photovoltaik-versorgen-39901720?cb=1662390157448&

und

https://epages.rundschau-online.de/data/162475/reader/reader.html?#!preferred/0/package/162475/pub/215706/page/37/content/5890698

Radio Erft 2.9.2022

Der Kurzbericht über Glessen Autark wurde am 2.9.2022 um 7:12 Uhr morgens mit Wiederholung um 9:16 ausgestrahlt.

WDR3 Lokalzeit 20.9.2022 19:30

Der Bericht über Glessen Autark und ein gerade sich in Umsetzung befindliches Projekt wird am 20.9.2022 in der WDR3 Lokalzeit ausgestrahlt:

https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/glessener-wollen-solar-fuer-alle-100.html
und vorab als Ausschnitt https://www.facebook.com/wdrlokalzeitkoeln/videos/3407206466167383

KLIMASCHUTZPREIS 2020: DRITTER PLATZ FÜR „glessen autark“

Abdruck der STADTRÄTE-MAIL vom 16.12.2020 von Anne Keller, Heiko Möller und Helmut Paul

Thema heute: KLIMASCHUTZPREIS 2020: DRITTER PLATZ FÜR „glessen autark“

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum zweiten Mal würdigten die Kreisstadt Bergheim und Westenergie Initiativen, die sich auf besondere Weise für den Umwelt- und Klimaschutz in Bergheim einsetzen, sei es beim Energie einsparen, Umweltbeeinträchtigungen reduzieren, Qualität von Luft und Wasser verbessern, Lebensräume erhalten oder zur Umweltbildung beitragen.

Den dritten Platz belegte unsere Glessener Bürger.Mit.Wirker-Initiative „Glessen autark“. Die Aktiven fördern und unterstützen die weitere Verbreitung der Solar- und anderer alternativen Energien in Glessen mit dem langfristigen Ziel, dass Glessen sich autark mit Energie versorgen kann.

Den Preis nahmen Rolf Brunkhorst (Mitte) und Dr. Peter Pütz (rechts) von Christan Brink, Beauftragter für Klimaschutz der Kreisstadt Bergheim, entgegen.

Klimaschutzpreis 202
Preisverleihung KLIMASCHUTZPREIS 2020: Uebergabe an „glessen autark“

Seit einem Jahr aktiv und überaus erfolgreich

Bei der sehr gut besuchten Informationsveranstaltung im November letzten Jahres hat die Initiative den Teilnehmern Antworten auf die Fragen gegeben, wie man seine Stromkosten reduzieren und gleichzeitig etwas für unsere Umwelt tun kann, welche Möglichkeiten es gibt, Energie auf dem eigenen Dach zu erzeugen oder sich an einer gemeinschaftlichen Solaranlage zu beteiligen und mit welchen finanziellen Vorteilen langfristig gerechnet werden kann.

Inzwischen haben sich ca. 50 Interessenten an die Initiatoren des Projekts „glessen autark“ gewandt. Diese prüfen zunächst, ob die Dachflächen für eine technische und wirtschaftliche Nutzung von Solarenergie überhaupt geeignet sind. Ist dies der Fall, wird die Anlage berechnet, geplant, Angebote eingeholt und diese mit den Hauseigentümern besprochen. Soll das Projekt konkret umgesetzt werden, wird Kontakt zu Westnetz hergestellt, die Ware bestellt, und die Termine mit den Handwerkern (Dachdecker, Elektriker) vereinbart. Die gesamte Planung und Unterstützung wird ehrenamtlich geleistet.

Mit dieser Dorfinitiative wird ein großer Beitrag zum Schutz unseres Klimas geleistet. Das Projekt könnte auch als Blaupause für andere Dörfer und Gemeinden dienen.

Interessierte aus Glessen können sich gern an folgende Email-Adresse wenden: glessenautark@yahoo.com

Erster Preisträger wurde das Gutenberg Gymnasium mit ihrem Projekt „Gugy goes Green“, das gleich ein ganzes Bündel von Maßnahmen zur Netto Null CO² Emissionen Schule beinhaltet.

Den zweiten Platz errang die Kita „Grüne Erde“ in Bergheim mit Ihrem Projekt „Natur, Umwelt und Stoffkreislauf“

Ist denn nichts los?

Doch. Mehr als genug! Auf allen Kanälen, trotz Corona, trotz Urlaub…! Nur einfach keine Zeit, darüber zu berichten!

In Kürze: Die erste Welle ist durch, fast 50 kWp (= fast 50 Kilowatt Spitzenleistung) sind schon produktiv im Einsatz. Die zweite Welle rollt aktiv , zum großen Teil sind die Materialien schon geliefert und die Module werden augenblicklich mit Hochdruck montiert. Das ganze sogar mit einem ungleich höherem Volumen (Leistungsumfang)! So viel, dass sogar die Leitungen zur Aufnahme der erzeugten PV Leistung aufgerüstet werden müssen.

Mehr in Kürze!

Hier der letzte Fortschrittsbericht der Interessengemeinschaft Glessen-Autark:

Glessen Autark: Fortschrittsbericht 31.Juli 2020

37 Interessenten von November 2019 bis heute, davon

  • 33 Vorgespräche und Machbarkeitsstudien
  • 4 Interessenten bewertet, aber noch zu berechnen

37 Interessenten:

  • 4 Dächer sind wirtschaftlich ungeeignet
  • 3 Interessenten haben trotz Machbarkeit abgesagt
  • 4 Interessenten haben wegen Corona zurückgestellt
  • 3 Interessenten sind trotz Machbarkeit unentschlossen
  • 18 Interessenten sind in Bearbeitung
  • 5 Interessenten sind abgearbeitet

5 Interessenten sind abgearbeitet:

  • 5 Interessenten haben die Anlage in Betrieb genommen mit 48,4 kWp

18 Interessenten sind in Bearbeitung:

  • 4 Interessenten bewertet, aber noch zu berechnen
  • 7 Interessenten sind berechnet und werden vorgestellt
  • 7 Interessenten haben Ware bestellt

SmartMeter ante portas!

Einleitung

In Deutschland wurde bereits 2008 das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) so geändert, dass es ab 2010 für Neubauten oder bei größeren Renovierungen zum Einbau digitaler Zähler verpflichtete. Diese erweiterten Vorschriften sind im Jahr 2016 in das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende übergegangen. Darin enthalten ist wiederum das Gesetz über den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen kurz Messstellenbetriebsgesetz (MsbG).
Das MsbG regelt nicht nur, was intelligente Messsysteme mindestens können müssen, wie sie technisch umgesetzt werden sollen und wie es um die Datensicherheit bestellt sein muss, sondern enthält auch Vorgaben zur Einbaupflicht, zu den Preisobergrenzen für den Endkunden und es regelt die freie Wahl des Messstellenbetreibers. Für das Smart Metering ist das MsbG also ausschlaggebend.

In §29 sieht das MsbG nun vor, dass jeder Letztverbraucher (also wir alle), der mehr als 6.000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht und jeder Anlagenbetreiber, der mehr als 7 Kilowatt installierte Leistung verfügt (alle z.B. alle mit Photovoltaik von 7kWp), mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet werden muss. Zuständig dafür ist der grundzuständige Messstellenbetreiber oder, da der Verbraucher eine Wahlfreiheit hat, der von ihm beauftragte wettbewerbliche Messstellenbetreiber.

Warum jetzt?

Aber bevor diese ganze Sache umgesetzt werden konnte, mussten zunächst mindestens 3 Anbieter gefunden werden, die entsprechende Geräte bauen und wegen der Datensicherheitsanforderungen auch beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) zertifiziert haben. Ursprünglich war das eigentlich schon für 2017 geplant. Aber erst Ende 2018 hatte der erste Hersteller ein Gerät zertifizieren lassen, dann September 2019 der nächste und – leider – im Dezember 2019 auch der dritte. Damit steht dem „Rollout“ nichts mehr entgegen und innerhalb von 8 Jahren werden alle „Großverbraucher“ mit mehr als 6000 kWh zwangsbeglückt, ebenso wie alle Anlagenbetreiber (z.B. Eigner einer Photovoltaik-Anlage) mit mehr als 7kWp.

Warum sind SmartMeter eigentlich gut?

SmartMeter haben viele positive Eigenschaften.

  • Durch die besserer und genauere Erfassung der Quellen und Verbraucher lässt sich unser Netz viel besser stabil halten.
  • Ein genauer Überblick über den Verbrauch erleichtert das individuelle Strom sparen und kann auch motivieren
  • Es werden spezifische Tarife möglich, z.B. billiger Strom wenn viel Windkraft oder Solarenergie in Überfluss zur Verfügung steht
  • Intelligente Geräte mit hohem Stromverbrauch (Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler) könnten so verzögert starten, wenn der Strom billiger ist

Warum sind SmartMeter gut gemeint und schlecht gemacht?

Zum einen sind höhere Kosten damit verbunden, ohne das irgendwelche Vorteile zu erwarten sind, zumindest fuer die, die die Kosten zu tragen haben (Verbraucher). Der Einbaubetrieb wird zwar bis wohl auf 20€ jährlich für Kleinverbraucher gedeckelt bleiben, aber für grössere Verbraucher und Erzeuger sind bis zu 200 Euro jährlich möglich. Dazu gibt es derzeit weder variable Tarifmodelle oder solche die mit den zertifizierten SmartMetern zusammenarbeiten. Also nix mit den Vorteilen für Verbraucher. Im Gegenteil, wenn der Verteilerschrank nicht genügend Platz oder andere Parameter (geeignete Grundplatte) hat, werden sicher Zusatzkosten entstehen, die ebenfalls vom Hauseigentuemer zu tragen sind.

Der Zugriff auf die Daten ist für den Endverbraucher auch nicht wirklich möglich, jedenfalls nicht über das hinaus was der gute, alte Ferraris Zahler schon erlaubte: In Keller gehen und den Zähler ablesen. Na ja, eine die rote Marke auf der Scheibe ersetzende Leuchtdiode die blinkt kann man ggf elektronisch auslesen, aber das ging auch schon für kleines Geld mit dem guten alten Ferraris Zähler.

Sparen werden also wohl nur die Netz- und Messstellenbetreiber, zahlen dafür werden die Verbraucher, die noch nicht einmal Anspruch auf die Daten haben. Zudem ergeben sich viele neue Problem hinsichtlich Datenschutz (wer hat Zugriff auf die Daten) und möglicher Manipulationen. Verbraucher könnten Ihr SmartMeter manipulieren, aber dazu benötigt man kriminelle Energie und Know-how, der Vorgang muss unbemerkt bleiben und lohnt sich deswegen kaum [Diejenigen, die das können, sparen sagen wir vielleicht 200€ im Jahr, und verbrauchen so viel Zeit mit dem Hack, in der sie mit Ihrem Know-how locker Tausende Euro legal verdienen könnten….]. Viel schlimmer werden die möglichen, für Endverbrauche kaum beweisbaren Manipulationen, zum Beispiel im Auftrage von unseriösen Anbietern sein, die sich durch beauftragte Manipulation im großen Stil unbemerkt große Summen durch überhöhte Verbrauchsmeldungen aneignen könnten, was natürlich deutlich lohnenswerter ist.
Und mangels Transparenz lässt sich das auch schwer für den Endverbraucher nachweisen lassen.

Fazit

Fazit: Der Autor könnte auch sehr gut ohne SmartMeter unter diesen Umständen leben, denn es kostet nur Geld und Privatsphäre und bringt sonst keine direkten Vorteile [höchstens wenn die Stromausfälle wirklich weniger werden]